STRATEGISCHE ZIELE
ERFOLGREICH UMSETZEN

 

Das Geschäftsjahr 2018 ist für die Volksbank in der Ortenau sehr erfolgreich verlaufen.
Die Ergebnisse zeigen, dass wir unsere strategischen Ziele erfolgreich umsetzen und für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind – zum Wohle unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter. Nachfolgend die Entwicklung ausgewählter Bilanzpositionen (in der Kurzfassung):

BILANZSUMME: KREDITGESCHÄFT DYNAMISCH GEWACHSEN

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2018 um 7,7 % auf 3.036 Mio. Euro. Die Steigerung resultiert aus dem wiederum sehr dynamischen Wachstum im Kreditgeschäft. Sowohl im Firmenkundenkreditgeschäft als auch bei den Baufinanzierungen wurden wiederholt überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielt.

KREDITGESCHÄFT: PROGNOSEN ÜBERTROFFEN

Die stabile konjunkturelle Entwicklung und das weiterhin niedrige Zinsniveau trugen zur unverändert hohen Kreditnachfrage bei. Dabei liegt das Plus, mit einer viertel Milliarde Euro bzw. 12,1 %, weit über dem Durchschnitt des Kreditwachstums aller Kreditgenossenschaften. Sowohl bei den Unternehmenskrediten als auch bei den privaten Baufinanzierungen lagen die Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Damit wurden die zu Beginn des Jahres prognostizierten Steigerungen in Höhe von 11,6 % leicht übertroffen.

Bei den Neufinanzierungen überstiegen Unternehmenskredite die hohe Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. Mit zusätzlichen 355 Mio. Euro wurden alle vertretbaren Investitionskreditanträge bewilligt. Der Wunsch der Kunden nach den eigenen vier Wänden führte dazu, dass der Bestand der Wohnbaukredite auf 1.155 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Bei 1.449 neuen Wohnbaukrediten wurden Neuzusagen mit einem Volumen von 267 Mio. Euro erteilt. Außerdem betreuen wir weitere, nicht in der Bilanz verzeichnete Kredite unserer Kunden bei Verbundpartnern der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

DEUTLICH ERHÖHTE EINLAGEN

Die Kundeneinlagen (Spareinlagen sowie Sicht- und Termineinlagen) sind im Vergleich zum Vorjahr um 210 Mio. Euro (+ 10,9 %) auf 2.138 Mio. Euro gestiegen. In erster Linie handelt es sich hierbei um Sichteinlagen, die fast 60 % der Kundeneinlagen ausmachen. Bei dieser mit hoher Flexibilität ausgestatteten Anlageform haben sowohl Privat- als auch Firmenkunden zu dem deutlichen Anstieg in Höhe von 111 Mio. Euro (+ 9,8 %) beigetragen. Aber auch andere Einlageformen erfreuten sich besonderer Beliebtheit. So erhöhten sich die Termineinlagen in Form von Kundenkündigungsgeldern um 34 Mio. Euro und die Festgeldanlagen institutioneller Einleger um 45 Mio. Euro.

ZAHLUNGSSYSTEME UND ANDERE DIENSTLEISTUNGEN

Das Dienstleistungsgeschäft, dessen Erfolg sich im Provisionsergebnis niederschlägt, stellt einen wesentlichen Teil unserer Geschäftstätigkeit dar. Mit der Steigerung des Provisionsüberschusses um 6,3 % auf 27,6 Mio. Euro wurden die internen Plandaten in nahezu allen Bereichen erreicht.

Zum inzwischen bedeutendsten Standbein für unser Provisionsgeschäft hat sich das Geschäftsfeld Zahlungssysteme entwickelt. Das Geschäftsfeld umfasst einerseits den klassischen Zahlungsverkehr und andererseits die kartengestützten Zahlungssysteme. Mit Erfolg haben wir unsere Aktivitäten und Angebote in den kartengestützten Zahlungssystemen weiter ausgebaut und konnten die daraus generierten Erträge erfreulich steigern. Das Clearing von Kartenumsätzen, verbunden mit einem professionellen Cash-Pooling, ist eine Domäne unserer Bank. Wir bieten die vielfältigen Dienstleistungen, die damit verbunden sind, sowohl direkt als auch über unsere Tochtergesellschaften an. Das ist neben der First Cash Solution GmbH in Offenburg die in 2014 erworbene POS-cashservice GmbH mit Sitz in Dresden. Diese Dienstleistungen wickeln wir für unsere Geschäftspartner (Händlerkunden) überwiegend im deutschsprachigen Raum ab.

Erneut positiv hat sich das Wertpapierdienstleistungsgeschäft, insbesondere die Vermittlung von Anlagen bei der Union Investment, entwickelt. Mit der leichten Erlössteigerung aus dem weiteren Vermittlungsgeschäft, bestehend aus der Vermittlung von Krediten, Versicherungen, Bausparprodukten, Reisen und Immobilien, sind wir insgesamt zufrieden.

SOLIDE WERTPAPIERANLAGEN

Zum Jahresende 2018 belief sich unser Bestand der bankeigenen Wertpapiere auf 334,8 Mio. Euro (2017 waren es 297,8 Mio. Euro). Dieser Wertpapierbestand setzt sich aus einem Anteil an der Liquiditätsreserve von 254,6 Mio. Euro und dem Anlagevermögen von 80,2 Mio. Euro zusammen. Alle Papiere sind in Euro aufgelegt und stammen mit rund 55 % von inländischen sowie 42 % von europäischen Emittenten.

Wesentliches Anlagesegment sind dabei Anleihen von Banken, davon wiederum bilden Wertpapiere der DZ BANK AG einen Schwerpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt entfällt mit einem Anteil von 100 Mio. Euro auf öffentliche Emittenten (Länder und Staaten bzw. staatsnahe Einrichtungen).

Der Wertpapierbestand unterliegt neben dem Zinsänderungsrisiko insbesondere dem Adressenausfallrisiko und dem Kursrisiko aufgrund marktbedingter Spreadausweitungen. Wir gehen von einer planmäßigen Bedienung der Zins- und Tilgungsleistungen aus. Die Bonität der Emittenten wird laufend überwacht. Nahezu alle Wertpapieremittenten weisen eine gute bis sehr gute Bonität auf. Lediglich eine Anleihe ist unterhalb des Investment-Grades eingestuft. Ihr Anteil macht zum Bilanzstichtag 0,2 % der Eigenanlagen aus. Die gewichtete Restlaufzeit des Wertpapierbestandes beträgt 4 Jahre.

Alle Wertpapiere, auch die dem Anlagevermögen zugeordneten, sind nach dem für das Umlaufvermögen geltenden strengen Niederstwertprinzip bewertet. Es bestehen zudem Kursreserven.

INVESTITIONEN IN BÜRO- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG

Im Jahr 2018 wurden wie im Vorjahr rund 2,7 Mio. Euro in Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte (Software, Rechte und Lizenzen) investiert. Der weit überwiegende Teil (rund 80 %) betraf die Büro- und Geschäftsausstattung, im Wesentlichen die EDV-Ausstattung und Büromöbel. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden in voller Höhe abgeschrieben. Darin sind POSTerminals (Point of Sale) für das Geschäftsfeld Zahlungssysteme enthalten, die bei unseren Händlerkunden im Einsatz sind. Die sich durch die Investitionen ergebenden Aufwendungen sind in der Unternehmensplanung berücksichtigt. Nicht mehr betriebsnotwendige Immobilien wurden veräußert. Im kommenden Jahr sind verstärkt Investitionen im IT-Bereich vorgesehen. Größere, dem Bankbetrieb dienende Bauinvestitionen sind in den nächsten Jahren nicht geplant. Der Investitionsplan sieht vorwiegend Ersatzinvestitionen in Bank- und Gebäudetechnik vor.  

SINKENDE VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich leicht um 9,5 Mio. Euro auf 535,5 Mio. Euro. Mit 280 Mio. Euro entfällt auf die Programmkredite über die Hälfte der gesamten Bankverbindlichkeiten, womit die besondere Aktivität bei der Unterstützung des Mittelstands durch Fördermittelbeschaffung zum Ausdruck kommt.

Des Weiteren beinhaltet der Bilanzposten „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ weiterhin die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank in Höhe von 100 Mio. Euro, die wir zur Vergabe von Krediten an Selbstständige und Unternehmen genutzt haben.

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE JEDERZEIT GESICHERT

Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die Liquiditätskennzahl (Liquidity Coverage Ratio – LCR) haben wir ununterbrochen eingehalten. Zum Jahresschluss lag die LCR-Quote bei 121 % (Vorjahr: 126 %). Ebenso sind wir den Mindestreserveverpflichtungen stets nachgekommen. Mit der Meldung von Messgrößen für die Liquiditätsbeobachtung (Additional Monitoring Metrics – AMM) sowie der in der Beobachtungsphase befindlichen strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio – NSFR) werden weitere europäische Verordnungen und Richtlinien erfüllt.

GUTE VERMÖGENSLAGE NACH CRR

Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Die Vorgaben der CRR (Capital Requirements Regulation, deutsch: Kapitaladäquanzverordnung) an Höhe und Anrechnung der Eigenmittel sowie die eigenmittelbezogenen Kreditgrenzen wurden von uns im Geschäftsjahr 2018 gut eingehalten.

Unter Berücksichtigung der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und der vorgesehenen Verwendung des Bilanzgewinns beträgt unser Kernkapital, vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung, 308,1 Mio. Euro. Das sind 10,1 % der Bilanzsumme.

Die anrechenbaren Eigenmittel gemäß CRR unterliegen stufenweise bis 2021 in Teilen einer Reduzierung über das sogenannte „Grandfathering“ und führen in Folge zu geringeren Kapitalquoten. Nach unserer mehrjährigen Kapitalplanung ist durch die geplanten Rücklagenzuführungen, die Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und die vorgesehene Einwerbung von anrechenbaren Eigenkapitalbestandteilen, auch bei einem nach den Planungen weiterhin deutlichen Wachstum des Geschäftsvolumens, die Einhaltung der Kapitalquoten auch künftig gewährleistet. Die Vermögenslage der Bank ist geordnet.

MITGLIED IN DER SICHERUNGSEINRICHTUNG DES BVR

Unsere Genossenschaft ist der amtlich anerkannten BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht, angeschlossen.

ERFREULICHE MITGLIEDERENTWICKLUNG

Die Zahl unserer Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr erneut sehr erfreulich entwickelt. Sie erhöhte sich auf 60.590. Diese Steigerung der Mitgliederzahl unterstreicht eindrucksvoll die Attraktivität unseres Geschäftsmodells und unserer genossenschaftlichen Rechtsform.

WERTVOLLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Bank haben wesentlich zum erfolgreichen Abschluss des Geschäftsjahres 2018 beigetragen. Um den laufenden Veränderungen der Arbeitsprozesse und den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden zu können, investieren wir gezielt in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 439 Mitarbeiter (ohne Auszubildende und gewerbliche Mitarbeiter) für unsere Mitglieder und Kunden tätig. Darüber hinaus sind zum Jahresende 22 Auszubildende bzw. Studenten der Dualen Hochschule Baden-
Württemberg beschäftigt.

ERTRAGSLAGE VERBESSERT

Der Zinsüberschuss als wesentliche Ertragsgröße konnte, entgegen dem allgemeinen Trend, gegenüber dem Vorjahr nochmals auf 50,3 Mio. Euro gesteigert werden. Ausschlaggebend hierfür war bei unverändert niedrigem Zinsniveau das gestiegene Kreditvolumen.

Ebenfalls positiv stellt sich die Entwicklung des Provisionsüberschusses dar. Sowohl in den Sparten Zahlungsverkehr und Zahlungssysteme als auch im Wertpapierdienstleistungsgeschäft und den weiteren Vermittlungsgeschäften waren erfreuliche Ertragszuwächse zu verzeichnen. Insgesamt erhöhte sich der Provisionsüberschuss um 6,3 % auf 27,6 Mio. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen nur leicht um 0,7 % auf 45,9 Mio. Euro. Aus den absoluten Zahlen errechnet sich dadurch eine verbesserte Kosten-Ertrags-Quote von 59 %.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich in 2018 um 3,9 % auf 28,1 Mio. Euro und übertraf unsere Erwartungen. Mit dieser Entwicklung sind wir bei den für Banken aktuell herrschenden Rahmenbedingungen zufrieden. Das Bewertungsergebnis ist maßgeblich durch die Bildung von Vorsorgereserven nach § 340f HGB beeinflusst, die wir im Vorgriff auf die ab 2020 neu zu ermittelnden Pauschalwertberichtigungen dotiert haben. Möglich wurde dies durch einzelne in den Vorjahren gebildeten Einzelwertberichtigungen, die aufgrund wirtschaftlicher Erholung der Kreditnehmer wieder aufgelöst werden konnten. Insgesamt war das Bewertungsergebnis aus dem Kundenkreditgeschäft positiv. Es liegt damit deutlich über dem Erwartungswert. Bei konservativer Eigenanlagenstrategie ergaben sich Abschreibungen aufgrund des veränderten Zinsniveaus, sodass das Bewertungsergebnis des Wertpapierbestands negativ ist. In den Planannahmen hatten wir ein konstantes Zinsniveau zu Grunde gelegt.

Zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals wurden dem Passivposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ 5,6 Mio. Euro zugeführt. Mit dem Jahresüberschuss von 11,3 Mio. Euro sind wir zufrieden. Dieser ermöglicht die Ausschüttung einer Dividende von 5 % sowie eine weitere Dotierung der Rücklagen in Höhe von 9,3 Mio. Euro.

Die Kapitalrendite (Jahresüberschuss nach Steuern / Bilanzsumme) betrug im Geschäftsjahr 0,37 % (Vorjahr 0,40 %). Die Angabe dieser Kennzahl erfolgt in Anwendung des § 26a (1) Satz 4 KWG.

GEWINNVERWENDUNG

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von 11.282.173,04 Euro – unter Einbeziehung eines Gewinnvortrags von 30.274,23 Euro (Bilanzgewinn von 11.312.447,27 Euro) – wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 5 %
1.984.574,79 Euro

Zuweisung in die gesetzliche Rücklage
1.200.000,00 Euro

Zuweisung in andere Ergebnisrücklage
8.100.000,00 Euro

Vortrag auf neue Rechnung
27.872,48 Euro

Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Vertreterversammlung.

Wir danken unseren Mitgliedern, Kunden, Mitarbeitern und den Partnern innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe für ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Darüber hinaus danken wir dem Aufsichtsrat für die jederzeit vertrauens- und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.

Offenburg, 7. Mai 2019

Der Vorstand

Markus Dauber, Clemens Fritz,  Andreas Herz