DYNAMISCH –
NACHHALTIG – ERFOLGREICH

 

Die Volksbank in der Ortenau eG hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch Niedrigzins, Regulatorik und starken Wettbewerb ihren Wachstumskurs im Jahr 2019 fortgesetzt und blickt auf  ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Ergebnisse zeigen, dass wir unsere strategischen Ziele erfolgreich umsetzen und für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind – zum Wohle unserer Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter.
Nachfolgend die Entwicklung ausgewählter Bilanzpositionen (Kurzfassung):

BILANZSUMME: KREDITGESCHÄFT DYNAMISCH GEWACHSEN

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtszeitraum um 13,5 % auf 3.445 Mio. Euro. Die Steigerung resultiert aus dem wiederum sehr dynamischen Wachstum im Kreditgeschäft. Sowohl im Firmenkundenkreditgeschäft als auch bei den Baufinanzierungen wurden wiederholt überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielt.

KREDITGESCHÄFT: PROGNOSEN ÜBERTROFFEN

Die stabile konjunkturelle Entwicklung und das weiterhin niedrige Zinsniveau trugen zur unverändert hohen Kreditnachfrage bei. Mit einem Plus von rund 370 Mio. Euro

bzw. 15,9 % auf 2,7 Mrd. Euro liegt die Steigerung weit über dem durchschnittlichen Kreditwachstum aller Kreditgenossenschaften. Mit einem Zuwachs von rund 19,2 % auf nunmehr 1,4 Mrd. Euro war das Firmenkundengeschäft ein wesentlicher Treiber für das starke Kreditwachstum in 2019. Das Firmenkredit-Neugeschäft der Volksbank legte um 21,3 % auf 486 Mio. Euro zu.

Unverändert sehr stark wächst auch das Baufinanzierungsvolumen. Mit einem Plus von 13 % auf 1,3 Mrd. Euro verzeichnet die Volksbank auch 2019 überdurchschnittliche Wachstumsraten.

DEUTLICH ERHÖHTE EINLAGEN

Die bilanziellen Einlagen aus Spareinlagen, anderen Einlagen (Sicht- und Termineinlagen) erhöhten sich um 6,0 % (129 Mio. Euro) auf 2,2 Mrd. Euro. In erster Linie dominieren kurzfristige Anlagen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. In erster Linie handelt es sich hierbei um täglich fällige Einlagen, die sich gegenüber dem Vorjahr um 49 Mio. Euro (+3,7 %) erhöhten und damit knapp 60 % der gesamten Kundeneinlagen ausmachen.

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

Zur weiteren Finanzierung der hohen Zuwächse im Kundenkreditgeschäft erfolgten Refinanzierungen bei inländischen Kreditinstituten, primär bei der genossenschaftlichen Zentralbank DZ Bank AG. Aus Aktivitäten bei der Unterstützung des Mittelstands durch Fördermittelbeschaffung resultieren 278 Mio. Euro. Des Weiteren beinhaltet der Bilanzposten „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank in Höhe von 69 Mio. Euro, die wir zur Vergabe von Krediten an Selbstständige und Unternehmen genutzt haben.

ZAHLUNGSSYSTEME UND ANDERE DIENSTLEISTUNGEN

Das Dienstleistungsgeschäft, dessen Erfolg sich im Provisionsergebnis niederschlägt, stellt einen wesentlichen Teil unserer Geschäftstätigkeit dar. Mit der Steigerung des Provisionsüberschusses um 10,7 % auf 30,6 Mio. Euro wurden die internen Plandaten in Summe deutlich übertroffen.

Zum inzwischen bedeutendsten Standbein für unser Provisionsgeschäft hat sich das Geschäftsfeld Zahlungssysteme entwickelt. Das Geschäftsfeld umfasst einerseits den klassischen Zahlungsverkehr und andererseits die kartengestützten Zahlungssysteme. Wir haben unsere Aktivitäten und Angebote in den kartengestützten Zahlungssystemen weiter ausgebaut und konnten die daraus generierten Erträge erfreulich steigern. Das Clearing von Kartenumsätzen, verbunden mit einem professionellen Cash-Pooling, ist eine Domäne unserer Bank. Wir bieten die vielfältigen Dienstleistungen sowohl direkt als auch über unsere Tochtergesellschaften an. Das ist neben der First Cash Solution GmbH in Offenburg die in 2014 erworbene POS-cashservice GmbH mit Sitz in Dresden. Diese Dienstleistungen wickeln wir für unsere Geschäftspartner (Händlerkunden) überwiegend im deutschsprachigen Raum ab.

Erneut positiv hat sich das Wertpapierdienstleistungsgeschäft, insbesondere die Vermittlung von Anlagen bei der Union Investment, entwickelt. Trotz eines leichten Ertragsrückgangs aus dem weiteren Vermittlungsgeschäft, bestehend aus der Vermittlung von Krediten, Versicherungen, Bausparprodukten, Reisen und Immobilien, sind wir insgesamt zufrieden, da  die erzielten Ergebnisse in Summe unserer Planung entsprechen.

INVESTITIONEN IN BÜRO- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG

Im Jahr 2019 wurden wie im Vorjahr rund 2,7 Mio. Euro in Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte (Software, Rechte und Lizenzen) investiert. Der weit überwiegende Teil (rund 90 %) betraf die Büro- und Geschäftsausstattung, im Wesentlichen die EDV-Ausstattung. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden in voller Höhe abgeschrieben. Darin sind POS-Terminals (POS = Point of Sale) für das Geschäftsfeld Zahlungssysteme enthalten,
die bei unseren Händlerkunden im Einsatz sind. Die sich durch die Investitionen ergebenden Aufwendungen sind in der Unternehmensplanung berücksichtigt.

VERMÖGENSLAGE

Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Die vorgegebenen Anforderungen der CRR und des KWG wurden von uns im Geschäftsjahr 2019 eingehalten.

Unter Berücksichtigung der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und der vorgesehenen Verwendung des Bilanzgewinns beträgt unser Kernkapital, vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung, 343,7 Mio. Euro; das sind 10 % der Bilanzsumme. Die anrechenbaren Eigenmittel gemäß CRR unterliegen stufenweise bis 2021 in Teilen einer Reduzierung über das sogenannte Grandfathering und führen in Folge zu geringeren Kapitalquoten. Nach unserer mehrjährigen Kapitalplanung ist durch die geplanten Rücklagenzuführungen, die Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und die vorgesehene Einwerbung von anrechenbaren Eigenkapitalbestandteilen auch bei einem nach den Planungen weiterhin deutlichen Wachstum des Geschäftsvolumens die Einhaltung der Kapitalquoten auch künftig gewährleistet. Die Vermögenslage der Bank ist geordnet.

SOLIDE WERTPAPIERANLAGEN

Für unser Haus ist das Kundenkredit- und Kundeneinlagengeschäft Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. Aus den Kundengeschäften, welche die Gesamtbankstruktur wesentlich bestimmen, ergibt sich das Volumen, das für Eigengeschäfte, insbesondere Wertpapieranlagen, zur Verfügung steht. Darüber hinaus erfolgen Wertpapieranlagen zur Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennziffer (LCR).

Zum Jahresende 2019 belief sich unser Bestand der bankeigenen Wertpapiere auf 317,8 Mio. Euro (2018 waren es 334,8 Mio. Euro). Dieser Wertpapierbestand setzt sich aus einem Anteil an der Liquiditätsreserve von 264,6 Mio. Euro und dem Anlagevermögen von 53,2 Mio. Euro zusammen.

Alle Papiere sind in Euro aufgelegt und stammen nach Nominalwerten mit rund 53 % von inländischen sowie weiteren 41 % von europäischen Emittenten. Wesentliches Anlagesegment sind dabei Anleihen von Banken, davon wiederum bilden Wertpapiere der DZ BANK AG einen Schwerpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt entfällt mit einem Anteil von rund 90 Mio. Euro auf öffentliche Emittenten (Länder und Staaten bzw. staatsnahe Einrichtungen). Ebenfalls zur Liquiditätsreserve zählen die unter Aktiva 6 ausgewiesenen Fondsanteile mit einem Volumen von 10 Mio. Euro.

Der Wertpapierbestand unterliegt neben dem Zinsänderungsrisiko insbesondere dem Adressenausfallrisiko und dem Kursrisiko aufgrund marktbedingter Spreadausweitungen. Wir gehen von einer planmäßigen Bedienung der Zins- und Tilgungsleistungen aus. Die Bonität der Emittenten wird laufend überwacht.

Nahezu alle Wertpapieremittenten weisen eine gute bis sehr gute Bonität auf. Lediglich eine Anleihe ist unterhalb des Investment-Grads eingestuft. Ihr Anteil macht zum Bilanzstichtag 0,2 % der Eigenanlagen aus. Die gewichtete Restlaufzeit des Wertpapierbestands beträgt 3,5 Jahre.

Alle Wertpapiere, auch die dem Anlagevermögen zugeordneten, sind nach dem für das Umlaufvermögen geltenden strengen Niederstwertprinzip bewertet. Es bestehen zudem Kursreserven.  

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE

Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die Liquiditätskennzahl LCR (Liquidity Coverage Ratio) haben wir ununterbrochen eingehalten. Zum Jahresschluss lag die LCR-Quote bei 146 % (Vorjahr: 121 %). Ebenso sind wir den Mindestreserveverpflichtungen stets nachgekommen. Mit der Meldung von Messgrößen für die Liquiditätsbeobachtung „Additional Monitoring Metrics“ (AMM) sowie der in der Beobachtungsphase befindlichen strukturellen Liquiditätsquote „Net Stable Funding Ratio“ (NSFR) werden weitere europäische Verordnungen und Richtlinien erfüllt.

MITGLIEDSCHAFT IN DER SICHERUNGSEINRICHTUNG DES BVR

Unsere Genossenschaft ist der amtlich anerkannten BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V., die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht, angeschlossen.

ERFREULICHE MITGLIEDERENTWICKLUNG

Die Zahl unserer Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr erneut sehr erfreulich entwickelt. Sie erhöhte sich um 779 auf 61.369. Diese Steigerung der Mitgliederzahl unterstreicht eindrucksvoll die Attraktivität unseres Geschäftsmodells und unserer genossenschaftlichen Rechtsform

WERTVOLLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Bank haben
wesentlich zum erfolgreichen Abschluss des Geschäftsjahres
2019 beigetragen. Um den laufenden Veränderungen
der Arbeitsprozesse und den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden zu können, investieren wir gezielt in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 449 Mitarbeiter (ohne Auszubildende und gewerbliche Mitarbeiter) für unsere Mitglieder und Kunden tätig. Darüber hinaus sind zum Jahresende 28 Auszubildende bzw. Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg beschäftigt.

ERTRAGSLAGE VERBESSERT

Der Zinsüberschuss als wesentliche Ertragsgröße konnte, entgegen dem allgemeinen Trend, gegenüber dem Vorjahr nochmals auf 52,9 Mio. Euro gesteigert werden. Ausschlaggebend hierfür war bei unverändert niedrigem Zinsniveau das gestiegene Kreditvolumen.

Ebenfalls positiv stellt sich die Entwicklung des Provisionsüberschusses dar. Sowohl in den Sparten Zahlungsverkehr und Zahlungssysteme als auch im Wertpapierdienstleistungsgeschäft und den weiteren Vermittlungsgeschäften waren erfreuliche Ertragszuwächse zu verzeichnen. Insgesamt erhöhte sich der Provisionsüberschuss um 10,7 % auf 30,6 Mio. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen nur leicht um 2,4 % auf 46,9 Mio. Euro. Aus den absoluten Zahlen errechnet sich dadurch eine verbesserte Kosten-Ertrags-Quote von 56 %.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich in 2019 um 16,2 % auf 31 Mio. Euro und übertraf unsere Erwartungen. Mit dieser Entwicklung sind wir bei den für Banken aktuell herrschenden Rahmenbedingungen zufrieden. Das Bewertungsergebnis, das sich aus der Bewertung von Kundenforderungen und Wertpapieren zusammensetzt, lag über dem Erwartungswert. Der Risikoaufwand aus der Einzelbewertung von Forderungen unterschritt den erwarteten Verlust. Bei der Bewertung der Wertpapiere überstiegen aufgrund der Zinsstrukturentwicklung die Zuschreibungen die Abschreibungen, sodass das Wertpapierergebnis positiv abschloss. In den Planannahmen hatten wir ein konstantes Zinsniveau zugrunde gelegt.

Im Jahr 2018 war das Bewertungsergebnis maßgeblich durch die Bildung von Vorsorgereserven nach § 340f HGB beeinflusst, die wir im Vorgriff auf die ab 2022 neu zu ermittelnden Pauschalwertberichtigungen dotiert haben.

Zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals wurden dem Passivposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ 10 Mio. Euro zugeführt. Mit dem Jahresüberschuss von 12,2 Mio. Euro sind wir zufrieden. Dieser ermöglicht die Ausschüttung einer Dividende von 5 % sowie eine weitere Dotierung der Rücklagen in Höhe von 10 Mio. Euro. Die Kapitalrendite (Jahresüberschuss nach Steuern / Bilanzsumme) betrug im Geschäftsjahr 0,36 % (Vorjahr 0,37 %).


Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von 12.232.455,75 Euro – unter Einbeziehung eines Gewinnvortrags von 27.872,48 Euro (Bilanzgewinn von 12.260.328,23 Euro) – wie folgt zu verwenden:


Ausschüttung einer Dividende von 5 %                 2.203.265,82 Euro
Zuweisung in die gesetzliche Rücklage                 1.300.000,00 Euro
Zuweisung in andere Ergebnisrücklagen               8.700.000,00 Euro
Vortrag auf neue Rechnung                                     57.062,41 Euro

Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Vertreterversammlung.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht alle Banken aufgefordert, die Dividendenbeschlussfassung auf das vierte Quartal 2020 zu verschieben.

Wir danken unseren Mitgliedern, Kunden, Mitarbeitern und den Partnern innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe für ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Darüber hinaus danken wir dem Aufsichtsrat für die jederzeit vertrauens- und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.

Offenburg, im Juni 2020

Der Vorstand

Markus Dauber         Clemens Fritz         Andreas Herz